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2. Bremerhavener Solarwerkstatt

© Bild Arcon-Sunmark
Großflächen-Solarthermie: Silkeborg, Dänemark (Bild Arcon-Sunmark)

Schwerpunktthema Freifläche: Bremerhaven setzt auf die Sonne

Großem Interesse erfreute sich die zweite Bremerhavener Solarwerkstatt am 6. Dezember 2021. 44 Teilnehmende – unter Ihnen Vertreter*innen der Wirtschaft und Politik, Handwerker*innen, Genossenschaftsmitglieder, Multiplikatoren und Investor*innen – folgten der Einladung von energiekonsens und der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH (bis).

Für das Erreichen der Klimaschutzziele und die Umsetzung der Energiewende ist ein Ausbau der Solarenergienutzung unerlässlich. „Auch in Bremerhaven gibt es noch viele ungenutzte Potenziale, die wir in den kommenden Jahren heben müssen. Hierfür ist es entscheidend, viele unterschiedliche Akteure mit ins Boot zu holen,“ sagt Heinfried Becker, der das Büro von energiekonsens in Bremerhaven leitet und die Online-Veranstaltung moderierte.

Solar Status Quo

Beleuchtet wurde von Becker zunächst der Stand der Dinge sowie aktuelle Angebote in Bremerhaven. 818 kWp an neu installierter PV Leistung erzielte Bremerhaven in diesem Jahr. Mit der neu gestarteten Solarkampagne #machWatt wurde das Thema Solarenergie zudem öffentlichkeitswirksam in der Seestadt kommuniziert. Unter anderem wurde die Website solar-in-bhv.de ins Leben gerufen, die als Solar-Anlaufstelle für Bremerhavener*innen dient. Hausbesitzer*innen, Unternehmen und Institutionen finden hier Informationen, Veranstaltungshinweise und die Möglichkeit zur Terminanfrage einer unabhängigen Solar-Beratung. Ein weiterer Meilenstein war das erste Bremerhavener „Solarjournal“, welches im August als Beilage in der Nordsee-Zeitung erschien. Zusätzlich zur energivisite:solar bietet die Klimaschutzagentur energiekonsens Betrieben in Bremerhaven seit kurzen auch ein neues Unterstützungsangebot: den kostenlosen Besuch des Solar-Lotsen in Person des unabhängigen Energieberaters Horst Zöller.

Berichte aus der Praxis

Für die zweite Bremerhavener Solarwerkstatt konnten die Initiatoren zwei Referent*innen aus der Praxis gewinnen. Christian Stadler, Leiter der Großprojekte Solarthermie bei der Viessmann Deutschland GmbH, erläuterte die Möglichkeiten von Großflächen-Solarthermie für die Nah- sowie Fernwärme und erklärte, wie sich die Anlagen in Wärmenetze einsetzen lassen und welche CO₂-Einsparungen mit ihnen zu erzielen sind. Auch technische Restriktionen wurden von ihm angesprochen. Platz für Freiflächen, hätten Sie bisher überall gefunden.

Des Weiteren stellte Katharina Jantzen von der SolarBlick GmbH Photovoltaik-Freiflächenanlagen für ein nachhaltiges Bremerhaven vor. Die Leiterin der Entwicklungsabteilung im Unternehmen zeigte in ihrem Vortrag auf, wie man Flächenpotenziale für PV erkennen und nutzen kann. Und dafür braucht es nicht viel Fläche: Nur circa zwei Prozent der Bremerhavener Landesfläche werden für den Ausbau der Erneuerbaren Energien benötigt. Bis zu 65 Prozent des Zubaus soll dabei durch Photovoltaik und 35 Prozent durch On- und Offshore Windkraft erzielt werden. Experten gehen davon aus, dass der PV Ausbau mit 50 Prozent Dach und 50 Prozent Freifläche realisiert wird.

Dieser Annahme liegt folgende Berechnung der FNR nach Statistischem Bundesamt, BMEL (2019) zugrunde:

Ø Ca. 0,7% der Fläche für Dach-PV
Ø Ca. 0,7% der Fläche für Freiflächen-PV
- 0,7% entspricht 293,6 ha für Land Bremen und
65,6 ha für die Stadt Bremerhaven
-
65,6 ha entsprechen ca. 78,72 MWp (35.780 Haushalte á 2.200 kwh/Jahr

Nützliche Tipps für Kommunen, die einen stetig ansteigenenden Handlungsdurck erleben wurden von Jantzen auch aufgezeigt. Denn PV-Freiflächen sind benötigt um die Energiewende umzusetzen (weiterführende Informationen siehe Downloads).

Neues Ziel im Blick

In 2020 legte die Solarwerkstatt Bremerhaven einen Zielpfad von 30.000 kWp installierter Leistung in Bremerhaven bis 2030 fest. Auf dem Weg zur Solar City wurde dieser nun noch einmal nach oben korrigiert: der Photovoltaik Ausbau in Bremerhaven soll bis 2030 40.000 kWp betragen.

Grafik
© energiekonsens